Forst
Die Waldfläche im Naturschutzgebiet Ammergebirge liegt bei rund 15.000 Hektar, wovon nur die Hälfte bewirtschaftet wird. Der Rest bleibt aus Naturschutzgründen oder seiner extremen Lage bereits jetzt sich selbst überlassen. Basierend auf dem nachhaltigen Holzzuwachs in diesem Bereich kann man von einem jährlichen Nutzungspotential in Höhe von rund 50.000 Festmetern ausgehen.
Von den 50.000 Festmetern sind rund 80 Prozent Nadelholz, das hauptsächlich Bauholz für das heimische Handwerk liefert. Die verbliebenen 20 Prozent Laubholz werden zur Hälfte von regionalen Unternehmen zu Möbeln, Böden, etc. verarbeitet. Die Reste werden lokal als Energieholz genutzt.
Das Bauen mit heimischen Holz bindet nicht nur CO2, sondern ersetzt auch die Verwendung von Material wie Stahl oder Beton, bei dessen Produktion erhebliche Mengen des Stoffes freigesetzt werden. Allein die Zementindustrie ist für 8 Prozent der globalen CO2- Emissionen verantwortlich. Zudem senkt es den Import von Holz aus dem Ausland, das in aller Regel aus nicht nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Zur Erinnerung: Allein im Jahr 2020 zeigen Erhebungen der Vereinigung Global Forest Watch einen weltweiten Verlust an Tropenwaldfläche von über 12 Millionen Hektar.
Um das jährliche Nutzungspotenzial im Ammergebirge zu veranschaulichen: Aus den Nadelholzanteil ergeben sich gut 20.000 Kubikmeter Schnittholz. Nach Faustformeln von Zimmerern lassen sich aus diesem nachhaltigen Material, das nur kurze Transportwege hinter sich bringt, jedes Jahr 1360 Dachstühle oder 200 Häuser aus Vollholz bauen.
Eine multifunktionale und naturnahe Forstwirtschaft ist somit nicht das Problem sondern die Lösung für die Herausforderungen der Zukunft.